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Dehnen vor dem Tennis: schadet statisches Dehnen der Leistung?
7 Minuten LesezeitModul 2 · Beweglichkeit & Gelenkschutz
Kurze Antwort
Bis etwa 60 Sekunden je Muskelgruppe liegt die Einbuße bei 1 bis 2 Prozent — messbar, aber praktisch bedeutungslos. Erst darüber steigt sie auf 4 bis 7,5 Prozent. Und bei zusammengesetzten Bewegungen wie Sprüngen und Sprints, also dem, was auf dem Platz zählt, fanden die Analysen gar keine bedeutsame Verschlechterung.
Eine Regel, die zu grob geworden ist
„Vor dem Sport nicht statisch dehnen, das macht schwach.“ Der Satz hat sich durchgesetzt und wird oft so absolut vorgetragen, dass er falsch wird.
Die Studienlage ist präziser und in ihrer Präzision praktisch brauchbarer.
Die entscheidende Größe ist die Dauer
Die Dauer entscheidet
messbar, praktisch bedeutungslos
relevant
Einbuße an isoliert gemessener Maximalkraft
Sechzig Sekunden pro Muskelgruppe sind viel. Wer drei Dehnungen à zwanzig Sekunden macht, liegt an der Grenze; wer eine halbe Minute hält und weitergeht, liegt deutlich darunter.
Und nicht jede Leistung ist betroffen
Die zweite Einschränkung wird noch seltener erwähnt: Der Effekt zeigt sich vor allem bei isoliert gemessener Maximalkraft. Bei Sprüngen und Sprints fanden die Analysen keine bedeutsame Verschlechterung, und auch die Kraftanstiegsrate blieb weitgehend unbeeinflusst.
Für den Platz heißt das: Wer vor dem Spielen kurz die Wade dehnt, weil sie sich eng anfühlt, ruiniert damit nichts. Die Warnung gilt dem ausgedehnten Dehnprogramm vor einer schweren Krafteinheit, nicht dem kurzen Nachjustieren.
Warum dieses Modul trotzdem dynamisch ist
Wenn kurzes statisches Dehnen kaum schadet, warum dann der durchgehend bewegte Aufbau?
Weil es nicht um Schadensvermeidung geht, sondern um Nutzen. Dynamisches Aufwärmen tut zusätzlich etwas, das statisches Halten nicht leistet:
- Es erhöht die Muskeltemperatur und die Durchblutung.
- Es führt die Gelenke durch den Bereich, der gleich gebraucht wird.
- Es aktiviert die Muskulatur, die anschließend arbeiten soll.
Statisches Dehnen bereitet auf Dehnung vor. Dynamische Mobility bereitet auf Bewegung vor. Vor dem Spielen ist Letzteres das Passendere, nicht weil das andere gefährlich wäre, sondern weil es weniger bringt.
Wann statisches Dehnen dann sinnvoll ist
Die Zeitpunkte, an denen längeres Halten seinen Platz hat:
- Nach dem Training oder Spiel, wenn keine Leistung mehr folgt.
- An eigenen Tagen, unabhängig von Belastung.
- Vor dem Schlafen, wenn es als angenehm empfunden wird.
Und dort ist es auch das Werkzeug, mit dem sich die Dehnungstoleranz aus Lektion 1 über Wochen tatsächlich verschiebt. Der Punkt ist nicht, statisches Dehnen zu meiden, sondern es an die richtige Stelle zu legen.
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